Assoziationskette der Woche

Eigentlich sollte man als Deutscher inzwischen wissen, dass es nichts bringt, wenn man a) irgendwelche Leute mit Nazis vergleicht oder b) irgendwas negatives gegen beliebige Minderheiten (Türken, Juden, Hartz IV Empfänger, etc.) sagt, man steht am Ende immer als böser Buh-Mann da, auch wenn die Argumente vielleicht sogar stichhaltig sein mögen. Denn das deutsche schlechte Gewissen (Stichwort Holocaust) ist quicklebendig und stets aktiv, wird es doch sowohl von außen als auch von uns selbst gehegt und gepflegt. Klar haben wir ein immenses Problem mit der Integration von Ausländern (das erkennt sogar der türkische Europaminister), klar ist Deutschland bei dem Gesamtthema Europäische Union stets der Dumme, der die Zeche zahlt, und klar ist Deutschland für die Weltwirtschaft unverzichtbar, obwohl wir immer klein geredet werden, aber das alles ist ja nicht wichtig. Als Deutscher darf man in keiner Weise schlecht über Nicht-Deutsche reden, sonst ist man der Böse (siehe Sarazzin, Seehofer, etc.). So ist das nun mal und wird sich auch auf absehbare Zeit nicht ändern, solange wir als Volk weiterhin unsere düstere Vergangenheit zelebrieren. Auf irgendeinem Fernsehsender läuft schließlich immer eine Hitler/Nazi/2. Weltkriegs-Doku.

Da wende ich mich doch lieber meinem Lieblingsthema Spielzeug zu, aber auch hier drohen düstere Wolken am Horizont. Denn glaubt man den aktuellen Schlagzeilen, dann droht ein Handelskrieg mit China. Warum weiß zwar keiner so wirklich, aber egal, denn die Chinesen sind uns doch schon lange ein Dorn im Auge mit ihrer billigen Produktion. Aber vom drohenden Schaden für den deutschen Export mal abgesehen: Wo lassen Hasbro, Mattel und Co. ihre Spielzeuge produzieren? Richtig, in China. Nun bin ich bestimmt nicht der Erste der es ganz gut fände, wenn das schöne Plastikspielzeug mal wieder wie noch in den 80ern in den USA, in Italien oder Gott bewahre sogar mal in Deutschland (Made in West Germany war einfach eine tolle Sache) produziert werden würde, auch wenn’s dann vielleicht den einen oder anderen Euro teurer wäre. Aber das würde auf jeden Fall erst einmal zu einer großen Lücke führen, denn wenn der Super-Gau einträte und China die Schotten dicht macht (was sicherlich nicht passieren wird), dann könnte man nicht von heute auf morgen die Produktion von Transformers, He-Man, Star Wars, GI Joe, Marvel und DC Superhelden und dem ganzen anderen Kram einfach an anderer Stelle aus dem Boden stampfen. Was aber wiederum für meine Brieftasche mal ganz gut wäre, denn wenn ich die neusten News von den diversen Conventions und Fairs so sehe (dieser Masterworks Sentinel ist ein Traum), dann wird mir schon mal schwindelig.

Stichwort Schwindel: Wenn sich Harry Potter Autorin Rowling hinstellt, und über die Möglichkeit eines 8. oder 9. Harry Potter Romans sinniert, dann ist denke ich selbst dem letzten Depp klar, dass hier nicht eine wie auch immer geartete literarische Notwendigkeit den Ausschlag gibt, sondern der schnöde Mammon. Denn ähnlich wie bei der zweiten Star Wars Trilogie kann ein neuer Harry Potter eigentlich gar nicht so schlecht sein, dass ihn nicht Millionen von Menschen kaufen werden, selbst wenn nur über 600 Seiten beschrieben wäre, wie Harry aufs Klo geht. Positiv aber zu diesem Thema zu vermerken: Entgegen früherer Aussagen wird der letzte Harry Potter Film (oder die beiden letzten, das scheint ja noch nicht ganz in trockenen Tüchern zu sein) nun doch nicht in 3D gedreht. Finde ich persönlich sehr gut, denn so toll 3D vielleicht aussehen mag, so ist es doch inzwischen stark zur Abzocke verkommen und niemand will etliche Euro extra an der Kinokasse ausgeben, nur damit die magischen Blitze etwas realistischer aussehen. So sehe ich das zumindest.

Was ich mal gerne wieder sehen würde, wäre ein richtig cool umgesetzter Bösewicht. Da ist ja jetzt z.B. ein weiterer Superman Film in Planung und als Bösewicht hat man sich (Trommelwirbel) General Zod ausgesucht, wenn die Gerüchte stimmen. Nun nichts gegen Zod, seine Darstellung in „Superman II: Allein gegen Alle“ war genial und der Spruch „Knie nieder vor Zod!“ ist immer noch ein Klassiker für alle Comic-Nerds, aber das ist jetzt über dreißig Jahre her. Und es ist ja nicht so, dass es einem Superman an coolen Bösewichtern mangelt. Neben dem überrepräsentierten Lex Luthor wären da Brainiac, Darkseid, Doomsday, Mongul und noch viele mehr. Die Auswahl ist groß und einen Brainiac samt riesigem Totenschädel-Schiff könnte ich mir mit der aktuellen Trick-Technik ganz hervorragend vorstellen. Aber wozu was Neues machen, wenn man doch einfach alte Erfolge kopieren kann? Ist doch viel einfacher.

Da haben es die Marvel Helden doch deutlich besser geschafft, einen Kino-Boom in Marsch zu setzen. Die beiden Ironman Filme waren Knaller (auch wenn der richtig coole Bösewicht hier noch fehlt), Captain America und Thor sind in Produktion (Anthony Hopkins als Odin!!!), und der Avengers Film ist auch schon beschlossene Sache. Und wenn ein angedachter Fantastic Four Neustart jetzt vielleicht auch ohne ein halbes Dutzend Nacktszenen von Jessica Alba auskommt (ich hätte lieber einen ordentlichen Galactus gesehen) und sich vielleicht der neugestartete Spider-Man auch noch durchsetzt, dann ist Marvel wirklich ganz, ganz dick im Geschäft.

Heute habe ich übrigens gelesen, dass der Eurovision Song Contest 2011, also der erste Grand Prix seit 28 Jahren auf deutschem Boden, endlich eine Austragungsstätte gefunden hat, nämlich… Düsseldorf. Düsseldorf??? Wieso um alles in der Welt Düsseldorf? In jedem anderen Land Europas und Umgebung ist der Grand Prix in der Hauptstadt angesiedelt. Warum also nicht Berlin? Oder wenn schon aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen nicht Berlin, warum dann nicht zumindest eine Stadt, die man außerhalb der deutschen Landesgrenzen auch vielleicht kennt oder zumindest aussprechen kann, so wie Hamburg oder Frankfurt? Nein, es wird Düsseldorf. Scheinbar ist man bei der ARD wild entschlossen dafür zu sorgen, dass der erste Grand Prix in 28 Jahren auf deutschem Boden auch auf lange Zeit der letzte Grand Prix auf deutschem Boden sein wird. Am besten wir schicken wieder Grazia oder eine Ralph-Siegel-Fließbandproduktion als Teilnehmer hin, dann passt wenigstens alles zusammen. Das einzig Gute an der Sache wird sein, wenn sich Vertreter aus über 40 Ländern bei der Punktevergabe einen Knoten in die Zunge machen, wenn sie versuchen „Hello to Duuu-e-ssel-doooaaaf“ auszusprechen. Das könnte ja noch ganz witzig werden. Ansonsten aber nur ein weiteres Argument dafür, den gewaltigen, von GEZ-Gebühren überfluteten ARD-Schnarchverein endlich dicht zu machen.

Am Ende noch etwas in eigener Sache. Leider musste diese Woche der Hund meiner Schwiegermutter, Ronny, eingeschläfert werden. Er war stattliche 17 Jahre alt, nach Hunde-Maßstäben also schon ein Methusalem und sein Tod kam nicht unbedingt unerwartet. Trotzdem hat es uns alle schwer mitgenommen, denn Ronny war 15 Jahre lang Teil der Familie. Zum Glück hat bisher noch niemand eine Bemerkung der Art gemacht, warum wir denn so trauern würden, es sei doch nur ein Tier. Ich hoffe das bleibt so, denn Menschen die so denken, kann ich persönlich nicht das geringste abgewinnen. Vielmehr bedauere ich sie, denn wer nicht in der Lage ist die Liebe zu einem anderen Lebewesen, sei es Mensch oder Tier, zu begreifen, der ist kaum mehr als ein Pappaufsteller und besitzt so wenig Tiefgang, dass er in einer Pfütze ertrinken würde. Ronny war Mitglied der Familie und wir werden ihn vermissen. Wer das nicht versteht, dem kann ich ehrlich nicht helfen.

Bis demnächst,
euer Phil

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